Die Dolomiten sind nicht nur Fels und Himmel — sie sind ein lebendiges Oekosystem, eine Welt, in der Steinadler über den Graten kreisen, Murmeltiere zwischen den Felsblöcken pfeifen und Gaemsen sich mit unmoeglicher Anmut entlang senkrechter Felswaende bewegen. Für Naturliebhaber und Fotografen sind diese Berge ein Paradies, das noch weitgehend darauf wartet, entdeckt zu werden.
Und es gibt eine absolut einzigartige Art, diese Tierwelt zu beobachten: von unserer Zipline aus, wo man in derselben Höhe wie die Greifvoegel fliegt und eine Perspektive geniesst, die kein Wanderweg bieten kann.
Der Steinadler — Koenig der Dolomiten
Der Steinadler (Aquila chrysaetos) ist das unbestrittene Symbol der Alpen. Mit einer Fluegelspannweite von über 2 Metern beherrscht dieser majestaetische Greifvogel den Dolomitenimmel mit Segelfluegen, die Reviere von über 100 Quadratkilometern abdecken können.
In den Dolomiten ist die Steinadlerpopulation stabil und leicht wachsend, dank konsequenter Naturschutzpolitik. Der Naturpark Fanes-Senes-Prags, von St. Vigil in Enneberg leicht erreichbar, gehört zu den besten Beobachtungsplaetzen.
Die beste Zeit zur Steinadlerbeobachtung ist der fruehe Morgen, wenn sich die Thermik an den Felswaenden bildet. Bringen Sie ein Fernglas mit mindestens 10-facher Vergroesserung mit und achten Sie auf die langsamen, weiten Kreise am Himmel über den Graten. Sicherheitshinweis: Bleiben Sie auf den markierten Wegen und betreten Sie keine gesperrten Brutgebiete.
Wann und Wo Beobachten
- Saison: ganzjaehrig, am einfachsten von April bis September
- Tageszeit: fruehe Morgenstunden und später Nachmittag
- Orte: Gratlagen des Naturparks Fanes, Kronplatz-Gebiet, Seitentaeler oberhalb von St. Vigil
Der Bartgeier (Laemmergeier) — Rueckkehr des Giganten
Der Bartgeier (Gypaetus barbatus) ist einer der spektakulaersten Voegel der Alpen — und eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes. Im 19. Jahrhundert in den Alpen ausgerottet durch menschliche Verfolgung, wurde er seit den 1980er Jahren erfolgreich wiederangesiedelt. Heute fliegen rund 300 Exemplare wieder über den alpinen Himmel.
Mit einer Fluegelspannweite von bis zu 2,8 Metern ist der Bartgeier unverwechselbar. Sein Name leitet sich von der einzigartigen Gewohnheit ab, Knochen aus grosser Höhe auf Felsen fallen zu lassen, um sie zu zerbrechen und das Mark zu fressen — ein faszinierendes Verhalten, das ihn von allen anderen Greifvoegeln unterscheidet.
Einen Bartgeier in den Dolomiten zu sichten, ist ein seltenes und unvergessliches Erlebnis. Die Gebiete um den Naturpark Fanes und Hoehen über 2.000 Metern sind die wahrscheinlichsten Beobachtungsorte.
Von der Zipline: Greifvoegel auf Augenhoehe
Während Ihres Fluges auf der Zipline von Adrenaline Adventures befinden Sie sich auf derselben Höhe, in der Adler, Bartgeier und Bussarde fliegen. Es kommt nicht selten vor, dass man während des Erlebnisses Greifvoegel im Flug entdeckt — ein Privileg, das normalerweise nur anderen Voegeln vorbehalten ist. Die Anlage ist nach hoechsten Sicherheitsstandards zertifiziert, sodass Sie das Naturerlebnis vollkommen genießen können.
Unsere Zipline erreicht Hoehen von bis zu 100 Metern über dem Boden, mit Strecken, die Taeler und Grate in Hoehen durchqueren, in denen Greifvoegel jagen und segeln. Mehrere Kunden haben berichtet, Adler und Bussarde parallel zu ihrem Flug gesehen zu haben — ein Erlebnis, das kein Wanderweg, so panoramisch er auch sein mag, nachbilden kann.
Die Vogelperspektive ermoeglicht es Ihnen auch, Bodentiere zu entdecken, die vom Wanderweg aus unsichtbar waeren: Gaemsen an den Felswaenden, Hirsche auf Lichtungen, Murmeltiere zwischen den Felsblöcken.
Fliegen Sie mit den Greifvoegeln — Zipline BuchenMurmeltiere — Die Alpinen Wachposten
Murmeltiere (Marmota marmota) sind wohl die beliebtesten Alpentiere, besonders bei Kindern. Diese kraeftigen Nagetiere leben in Kolonien zwischen 1.800 und 2.500 Metern Höhe und graben komplexe Bausysteme, in denen sie den langen Winterschlaf verbringen (Oktober bis Maerz).
Ihr durchdringender Pfiff ist unverwechselbar — er ist das Alarmsystem der Kolonie. Wenn ein Murmeltier pfeift, richten sich alle anderen auf die Hinterbeine auf, um nach Gefahr Ausschau zu halten — ein unwiderstehliches Motiv für Fotografen.
Wo Beobachten
- Almwiesen von Fanes: eine der zahlreichsten und zugaenglichsten Kolonien
- Weg zur Sennes-Huette: entlang der Route leicht zu entdecken
- Wiesen am Piz de Plaies: leicht erreichbar über einfache Wanderungen
Gaemse — Die Akrobatin der Felswaende
Die Gaemse (Rupicapra rupicapra) ist die Akrobatin par excellence der Dolomiten. Mit ihren spezialisierten Hufen, die am Fels haften wie Saugnaepfe, bewegt sie sich sicher auf Waenden, die jeden Bergsteiger erschaudern lassen würden.
Im Sommer halten sich Gaemsen in den Hochlagen oberhalb der Baumgrenze auf, wo sie auf steilen Wiesen grasen. Im Winter steigen sie in tiefere Lagen ab und sind oft sogar von Strassen aus sichtbar. Die Population in den Dolomiten ist gesund und zahlreich — ein Zeichen eines Oekosystems im Gleichgewicht.
Rothirsch und Reh — Die Eleganten des Waldes
Rothirsche (Cervus elaphus) und Rehe (Capreolus capreolus) bewohnen die Wälder der Dolomitentaeler. Der Rothirsch ist das größte Landsaeugetier der italienischen Alpen, wobei erwachsene Maennchen über 200 kg wiegen können.
Die stimmungsvollste Zeit ist die Brunft (September-Oktober), wenn die Maennchen ihren grollenden Ruf ausstossen, der durch die Taeler hallt. In der Daemmerung, auf den Wiesen am Waldrand rund um St. Vigil, kann man haeufig Hirsche und Rehe beim Grasen beobachten.
Alpensteinbock — Der Koenig der Gipfel
Der Alpensteinbock (Capra ibex) ist das Symboltier des Hochgebirges. Die Maennchen mit ihren geschwungenen Hoernern, die bis zu einem Meter lang werden können, sind ein imposanter Anblick vor dem Dolomitenimmel. Wie der Bartgeier ist der Steinbock eine Naturschutz-Erfolgsgeschichte: im 19. Jahrhundert fast ausgerottet, zaehlt er heute Tausende von Exemplaren in den Alpen.
Steinboecke bevorzugen die hoechsten Lagen (über 2.500 Meter) und senkrechte Felswaende, wo sie vor Raeubern sicher sind. Die Klettersteige der Region sind eine gute Möglichkeit, ihren Lebensraeumen nahezukommen.
Tipps für die Naturfotografie
Für alle, die die Fauna der Dolomiten fotografisch festhalten möchten:
- Objektiv: ein Teleobjektiv von mindestens 200mm ist unentbehrlich, idealerweise 400mm+
- Tageszeit: Sonnenauf- und -untergang bieten das beste Licht, und die Tiere sind am aktivsten
- Geduld: finden Sie einen Beobachtungsplatz, setzen Sie sich und warten Sie in Ruhe
- Respekt: naehern Sie sich nicht zu sehr und stoeren Sie die Tiere nicht, besonders während der Brutzeit
- Saison: Juni-September für die meisten Arten; September-Oktober für die Hirschbrunft
Sicherheitshinweis: Informieren Sie sich vor jeder Wanderung über Wetter und Wegbedingungen. Tragen Sie geeignete Ausruestung und bleiben Sie auf markierten Wegen.
Saisonkalender der Dolomiten-Tierwelt
| Saison | Tiere zur Beobachtung | Verhalten | |---|---|---| | Frühling | Murmeltiere, Hirsche, Rehe | Erwachen aus dem Winterschlaf, Nachwuchs | | Sommer | Adler, Bartgeier, Gaemsen, Steinboecke | Maximale Aktivitaet in der Höhe | | Herbst | Hirsche, Adler, Gaemsen | Brunft, Wanderung in tiefere Lagen | | Winter | Hirsche, Rehe, Adler | Tiere in niedrigeren Lagen besser sichtbar |
Für mehr Informationen zu den besten Reisezeiten lesen Sie unseren Guide zur besten Jahreszeit für die Dolomiten.
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